Was ist so komisch an diesen Christen ? (Teil 2)

Warum verfolgten die Römer Christen? Und wurden diese wirklich im Amphitheater von Löwen gefressen? Der Artikel „Was ist so komisch an diesen Christen?“ war letztes Jahr eines der beliebtesten auf monotheismus.wordpress.com.

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Das letzte Gebet der Christen im Circus Maximus, Ölbild von Jean-Léon Gérôme (1863–1883), hat diese „Christenverfolgung“ tatsächlich so stattgefunden?

Es ist Zweifel angebracht wenn Christen sich als Verfolgte darstellen, gehört doch das Martyrium zu den wenigen Möglichkeiten mit denen Christen meinen sich selbst „heiligen“ zu können. Auch wurde die Geschichtsschreibung nach der christlichen Machtergreifung 391 n.u.Z. im römischen Reich christlich dominiert – dazu gehört die überhöhte Selbstdarstellung als Opfer in spätrömischer Zeit. So schreibt Joseph Mc Cabe: „No christian was put to death in the coliseum“, „All stories of christians being exposed to lions in the roman amphiteater are bogus“, „No claim that christians had been „thrown to wild beasts in the colosseum“ was made until the 17th century – until the amphiteater was being pillaged for building material to rebuild St. Peters“. (Quelle)

Andrew Henry von der Boston University erzählt in seinem Video „Why did romans persecute Christians?“ folgendes:  Für die Verfolgung der Christen gibt es keinen direkten Nachweis, viele Geschichten wurden übertrieben, tatsächlich richtete man Christen im römischen Reich nur selten hin. Die Verfolgungen waren nicht üblich, sondern sporadisch und lokal begrenzt. Eine systematische Verfolgung war schon allein deswegen kaum möglich, weil das römische Reich nur eine schwache Verwaltung hatte –  „too many people and too few administrators“. Die Christen wurden überwiegend ignoriert, es gab selbst zur Zeit der christlichen Machtergreifung nur etwa 5% von ihnen im Reich.

Was den Römern übel aufstieß war die Heimlichkeit mit der dieser Kult ausgeübt wurde. Er wurde als extrem (excessive) und  illegal (irregular) empfunden, als eine Art starke Einbildung oder Aberglaube (superstitio). Religion wurde im römischen Reich immer öffentlich ausgeübt durch Opfer (die der kultischen Speisung der Massen diente). Es wurde dabei ausgiebig gefeiert, Festivitäten fanden statt und die Religion war somit als öffentliches Event eminent politisch. Eine Weigerung an diesen Festen teilzunehmen oder diese gar zu verhöhnen wurde als antisozial aufgefaßt. Zudem war die Weigerung Opfer auch für die römischen Kaiser darzubringen als staatsfeindlich angesehen.

Das Christentum galt als merkwürdiger Kult, da er nicht zu den überlieferten Religionen gehörte, wurde er nicht als Religion anerkannt. Die richtige Einschätzung dass die christliche Religion gefährlich für den sozialen Zusammenhalt ist, zeigte sich sofort nach der christlichen Machtergreifung (391 n.z.Z.), diese scheute sich nicht mit der römischen Religionstoleranz zu brechen und sogleich mithilfe unzähliger Dekrete über die Jahrhunderte hinweg die etablierten paganen Kulte zu verbieten und auszurotten.

Es lohnt sich diesbezüglich die Einträge der deutschen Wikipedia mit der Englischen gegenzulesen. Die englische Wikipedia ist bedeutender und umfangreicher als die Deutsche und weniger tendenziös in der Darstellung der Christen- und Heidenverfolgung. (Übersicht)

Bildquelle: Wikipedia Deutschland

Dragan Pavlovic

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Die meistgelesenen Artikel der letzten Jahre auf monotheismus.wordpress.com

Janus-Vatican

Der römische Gott Janus, schaut vor- und zurück in die Zeit, er gibt dem Monat Januar seinen Namen

Hin und wieder sollte sich der Blick zurückwenden und durch eine Rückschau lohnt es sich herauszufinden welche Artikel auf monotheismus.wordpress.com am meisten abgerufen wurden.

Die jeweils zwei beliebtesten Artikel bis heute (Ende Mai) waren:

2017

Radikale Veganer (RVegs) – Fernziel Kulturzerstörung?

Gewalt gegen Kinder in evangelikalen Familien – Ein Opfer kommt zu Wort (Teil3)

2016

Was ist so komisch an diesen Christen?

Der Philosoph Kelsos (175) über die Christen

2015

Zugang zur Hölle gefunden!

Volle Wahrheit – keine Satire! Jesus beim Eintritt in die Atmosphäre verglüht!

Bildquelle: Wikipedia Deutschland

Dragan Pavlovic, 30.05.2017

 

Gewalt gegen Kinder in evangelikalen Familien – Ein Opfer kommt zu Wort (Teil 3)

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Auf den ersten Artikel   und zweiten Artikel über Gewalt gegen Kinder in evangelikalen Familien meldete sich nun eine weitere Person der ich hier bei monotheismus.wordpress.com Raum geben möchte. Betroffene kommen in der Öffentlichkeit zu wenig zu Wort. Umso mehr freut mich der Mut und die Offenheit zu erzählen welche Erfahrungen in stark religiös geprägten Familien gemacht werden, freilich werden ähnliche Erfahrungen auch in katholischen Familien gemacht (oder in Familien aus anderen religiösen Denominationen):

Als ich im Teenageralter war, lernte mein Vater Leute kennen, die sich einer freikirchlichen Gemeinschaft zugehörig fühlten (manche nennen diese auch eine Sekte). Eigentlich waren wir erzkonservative landeskirchliche Christen. Aber nachdem mein Vater jahrelang die Bibel gelesen und immer wörtlicher genommen sowie sich jede Menge Bücher von Autoren wie Spurgeon und William MacDonald zugelegt hatte, war er zur Überzeugung gelangt, daß die beiden Großkirchen nicht auf dem „Weg des Herrn“ wandelten. Er trat aus der Kirche aus und lebte fortan als freier Christ mit Verbindungen zu anderen „bibeltreuen“ Christen.

Mir war diese freikirchliche Welt zunächst fremd, aber ich war positiv überrascht. Junge Eltern, die ich dort kennenlernte, erklärten mir, daß man Kinder nicht im Zorn schlagen dürfe. Sie würden mit dem Kind, das gefehlt hätte, beten und dann eine vorher abgesprochene Zahl von Schlägen mit dem Stock verpassen – auf den Hintern. Welch ein Fortschritt! Seit meiner frühen Kindheit war ich mit Schlägen traktiert worden. Im Zorn, ohne eine vorher abgesprochene Anzahl Schläge, und auch bei Nichtigkeiten. Wenn mein Vater prügelte, wußte man nie, wann er wieder aufhören würde. Und er schlug nicht auf den Hintern, sondern überall hin, auch auf den Kopf. Da kam mir eine solch abgesprochene Prügelstrafe in unserer neuen Sekte geradezu als paradiesisch vor, auch wenn mein Vater eine solche Praxis nie übernahm – er hörte einfach irgendwann auf zu schlagen, weil ich zu alt und zu groß dafür geworden war.

An den Tagen, an denen er geprügelt hatte, kam er abends in unser Kinderzimmer, mit der Bibel in der Hand, und hielt uns eine lange Predigt darüber, daß er so handeln müsse, weil Gott jedes Kind, das er lieben würde, züchtigt. Ich lernte also, daß Gott ein strafender Gott ist.

Heimlich für mich hatte ich in meinen Gedanken ein anderes Bild von Gott. Oder genauer gesagt von Jesus. Ich träumte von einem Jesus, der Gerechtigkeit bringen würde, auch soziale Gerechtigkeit. In der Schule war ich bei den Lehrkräften als die mit dem großen Gerechtigkeitssinn bekannt. Ich war gut in der Schule und half gern – aber nur bei Kindern, von denen ich wußte, daß sie aus armen oder schwierigen Familienverhältnissen stammten. Kinder reicher Eltern hatten keine Chance bei mir. Ich fand es nicht gerecht, ihnen zu helfen, schließlich konnten deren Eltern auch Nachhilfeunterricht bezahlen. Ich träumte von einem Jesus, der die Ungerechtigkeiten in dieser Welt beseitigen wollte und der mich auch so verstand, wie ich innerlich war. In meiner Familie verstand mich niemand. Ich mußte eine Rolle spielen, die Rolle des schwarzen Schafes, das man verprügeln und demütigen mußte. Ich durfte nie wirklich mich selber sein.

Mein Vater gefiel sich auch darin, vor anderen Leuten aus der Gemeinde oder sogar gegenüber Außenstehenden meine angeblichen oder echten Verfehlungen publik zu machen. Er putzte mich regelmäßig herunter. Ich kann mich noch gut an eine sehr peinliche Situation erinnern, als er und meine Mutter mich in meiner Studentenbude besuchten. Meine Vermieterin, eine ältere, nicht sonderlich gläubige Dame, lobte mich bei meinen Eltern in den höchsten Tönen. Wäre ich doch so ruhig und angenehm (vielleicht hatte sie schon mit lauten Studierenden schlechte Erfahrungen gemacht). Da mein Vater offensichtlich so ein Lob nicht akzeptieren konnte, fing er an, mich vor dieser Dame schlecht zu machen und alte Geschichten über mich zu erzählen. Ich wünschte mir nur eines, daß der Boden sich unter mir öffnen und mich verschlucken würde. Es war furchtbar. Ich war erwachsen, aber er behandelte mich immer noch wie das kleine Kind von damals.

Von kleinauf hatte ich auch gelernt, daß ich nichts tauge und an allem schuld bin. Mein Vater hatte seine Arbeitsstelle verloren, als ich noch sehr jung war. Er pflegte zu erzählen, daß es meine Schuld gewesen sei. Da meine Mutter auch arbeiten ging, mußte er mich als Säugling mit zur Arbeit nehmen, und das sei der Grund für seine Kündigung gewesen. Später fand ich heraus, daß das eine Lüge gewesen war. Als ich vier oder fünf Jahre alt war, setzten er und meine Mutter mich eines Abends in der Dunkelheit in einer Gegend, die mir nicht vertraut war, aus. Das Aussetzen währte nur eine kurze Zeit, sie lasen mich wieder auf, nachdem ich eine Zeitlang in der Dunkelheit herumgeirrt war. Aber ich hatte verstanden, daß ich für immer allein und ausgestoßen sein würde in dieser Familie. Als ich ihn viel später auf dieses Geschehnis ansprach, leugnete er es nicht, sondern behauptete, ich hätte das so gewollt. Natürlich, ich hatte ganz vergessen, daß ich ja immer an allem schuld war. Auch erinnere ich mich daran, daß ich zum Nikolaustag als einzige in der Familie eine Rute im Stiefel stehen hatte – meine Geschwister hatten alle Süßigkeiten bekommen. Ich wurde einfach mein Schwarzes-Schaf-Dasein nie mehr los.

Mein Vater hatte einen Faible für rechte Verschwörungstheorien und legte auch selber ein sehr paranoides Verhalten an den Tag. Wir mußten immer sehr pünktlich wieder zu Hause sein, und auch wenn wir wegfuhren und uns nicht innerhalb eines vorbestimmten Zeitraums von einer Telefonzelle aus meldeten, geriet er in Panik und informierte gelegentlich auch mal die Polizei. Oder die Veranstalter der christlichen Freizeit, zu der wir gerade gefahren waren, und die dann verwundert und besorgt ankamen, was denn bei uns zu Hause passiert wäre. Als die ersten Handys auf den Markt kamen, dauerte es nicht lange, bis wir alle mit einem Handy ausgestattet waren. So konnte er noch besser kontrollieren, wo wir gerade waren und was wir taten. Da er nachts oft nicht schlafen konnte, kam es auch vor, daß er dann versuchte anzurufen oder SMS schickte, und wenn ich dann nicht zeitnah antwortete, hielt er mir vor, ich sei undankbar und würde ihn schlecht behandeln. Auf die Idee, andere könnten zu der Zeit schlafen wollen, kam er nicht.

Ich hatte verinnerlicht, daß ich durch und durch schlecht wäre und niemand aus meiner Familie mich wirklich liebte (mit der Aussage, Schläge seien Liebe hatte ich dann doch nichts anzufangen gewußt). Deshalb fragte ich mich, was ich denn überhaupt noch auf der Welt zu suchen hätte. Die anderen Menschen wären ohne mich ja besser dran. Die logische Folge war, daß ich versuchte, mich umzubringen. Als meine Klassenlehrerin meine Eltern darüber informierte, gab es nur eine Antwort von ihnen: „Wie kannst Du uns das nur antun!?“ Sie waren auch nicht bereit, sich in irgendeiner Weise den Argumenten meiner Lehrerin zu stellen, der es durchaus bewußt war, daß mein Problem mein Elternhaus war. Es änderte sich – nichts.

Als ich etwa 30 Jahre alt war, erfuhr ich, daß ich noch Halbgeschwister habe. Mein Vater hatte seine erste Familie schlichtweg unterschlagen und meine Geschwister, die ich flüchtig kannte, als „Freunde der Familie“ ausgegeben. Bei meinem ersten ausführlichen Gespräch mit meiner ältesten Halbschwester erfuhr ich, daß diese dieselbe Art von Schlägen von meinem Vater erlitten hatte. Und daß sie auch genauso wie ich psychische Probleme dadurch gehabt hatte. Mich durchfuhr es wie ein Schlag: Es war nicht meine Person, meine Persönlichkeit, gewesen, die meinen Vater zum Schlagen und Demütigen animiert hatte. Er hatte das Ganze schon einmal durchgezogen. Und er suchte sich offensichtlich immer das älteste Kind in der Familie dazu aus. Da meine Halbgeschwister schon erwachsen waren bzw. erwachsen wurden, als ich noch klein war, stellte ich aber auch die – sicherlich berechtigte – Frage, wieso sie nichts getan hätten, um meinen Vater daran zu hindern, auch noch das Leben seiner Kinder in der nächsten Familie zu schädigen. Als Antwort erhielt ich die Aussage, man habe sein neues Glück nicht zerstören wollen. Mit dieser Antwort komme ich bis heute nicht zurecht, zumal ich auch im Anschluß keine Solidarität erlebte. Die Erfahrung, daß ich nicht wirklich zu dieser Familie gehöre und ausgegrenzt werde und statt dessen mein gewalttätiger Vater geschützt wird (auch noch nach seinem Tod), hat nie aufgehört.

Lange habe ich versucht, meine Erfahrungen mit dem bibeltreuen prügelnden und demütigenden Vater als singuläres Ereignis im Christentum zu betrachten. Er hatte einfach den Glauben nicht richtig verstanden und vor allem nicht richtig gelebt. Nach und nach kam ich aber dahinter, daß auch in vielen anderen frommen Familien und auch Gemeinden vieles im argen lag. Das Faß zum Überlaufen brachte bei mir aber quasi eine Kleinigkeit. Ein junger Mann aus einer FEG war daran schuld. Damals glaubte ich noch, daß organisierte Evangelikale toleranter wären als das, was ich erlebt hatte. Ich mußte damals miterleben, wie dieser gläubige junge Mann eine junge Frau, die nicht gläubig war, so herunterputzte, daß sie am Heulen war. Da zerbrach es in mir, weil ich erkannte, daß Intoleranz und Demütigung nicht nur eine Ausnahmeerscheinung in meinem Umfeld waren, sondern überall im Christentum vorkamen. Mein Jesus, der Gerechtigkeit bringen und jeden Ausgegrenzten verstehen und ihm ein Zuhause geben würde, löste sich in ein Nichts auf.

Heute kämpfe ich um Entschädigungsleistungen, um doch noch einen Weg auf den ersten Arbeitsmarkt zu finden. Da weder Familie noch (ehemalige) Gemeinde ein Interesse daran haben, mir hier zu helfen, hoffe ich auf den Staat – auch wenn mir klar ist, daß der Weg schwierig und lang sein kann. Nachdem ich erfahren habe, daß Geschwister von mir die Zeugenaussagen verweigern (was zu erwarten war), fühle ich mich nicht mehr verpflichtet, die Geschichte unserer Familie – auch stellvertretend für die Geschichte anderer christlicher Familien – aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. Ich bin der Meinung, daß wir, die wir aus solchen fundamentalistisch-christlichen oder auch fundamentalistisch-islamischen Familien stammen und dort die „Hölle auf Erden“ erlebt haben, unsere Stimme erheben müssen. Wir können nicht erwarten, daß die „Welt da draußen“ versteht, wie es uns ergangen ist, wenn wir nicht von unseren Erlebnissen erzählen. Ich weiß, daß es sehr schwer ist, darüber zu reden, und man sollte es auch nur dann tun, wenn man eine gewisse psychische Stabilität erreicht hat. Aber wir müssen reden – weil nur so sich etwas ändern kann.

Bildquelle: Janosch (von religionsfreiezone.de)

10.04.2017   (Der Autor möchte verständlicherweise anonym bleiben)

Die zarte Pflanze Empathie

Die Fähigkeit des Menschen zur Empathie – also der Fähigkeit sich in andere Menschen emotional hineinzuversetzen ist für das Zusammenleben der Menschen wertvoll. Diese grundlegende Gabe, sollte sie verloren gehen oder garnicht erst ausgebildet werden, bedeutet nicht nur einen Verlust für einen selbst, sondern auch für das ganze Umfeld. Umso wichtiger ist die Förderung empathischer Fähigkeiten aus der Sicht eines säkularen Humanismus. Der Philosoph Prof. Dr. Metzinger erläutert ab Minute 27:30 die Bedeutung der Eltern-Kind-Interaktion für die Entwicklung empathischer Fähigkeiten beim Kind im Lichte neuer epigenetischer Erkenntnisse:

Wichtig sind die ersten drei Lebensjahre des Menschen um empathische Fähigkeiten auszubilden. Metzinger gibt zu bedenken, dass gesellschaftlich viel zu wenig Verantwortung übernommen wird was mit den Kindern in diesem kritischen Alter passiert. Wenn man bedenkt wie umkämpft die Köpfe der Kinder sind, wenn monotheistische Religionen hier ihren unerbittlichen Zugriff ausüben – die Skandale um Kindesmißhandlung und Kindesmißbrauch von dieser Seite kommen nicht von ungefähr – kann man die gesamtgesellschaftliche Bedeutung ermessen die dieser Frage zukommt.

Richard Dawkins hat zurecht darauf hingewiesen dass die religiöse oder weltanschauliche Vereinnahmung von Kindern unsinnig ist: „Würden Sie jemals von den politischen Überzeugungen von Vierjährigen sprechen? Hannah ist eine sozialistische Vierjährige, Mark ein Konservativer. Wer würde im Traum daran denken, so etwas zu sagen?“

Der Poet Khalil Gibran hat das in einem Gedicht so ausgedrückt:

Zitat Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht. …“

Dragan Pavlovic   07.04.2017

Die protestantische Reformation aus der Sicht des säkularen Humanismus

Der marburger Philosoph Dr. Dr. Joachim Kahl ist bekannt für seine humanistisch orientierte Religionskritik – aufgeregtem Anti-Theismus erteilt er eine Absage. Der Autor des Best- und Longsellers „Das Elend des Christentums“ nimmt trotz aller Rücksicht kein Blatt vor den Mund und weiß durch fundierte Kritik zu überzeugen. Diesmal widmet er sich im Jahr des Reformationsjubiläums der säkularen Sicht auf Martin Luther und skizziert warum dessen Persönlichkeit heute überbewertet wird und nur noch musealen Charakter hat. – Vortrag vom 21. März in der Volkshochschule Marburg:

Freilich gibt es Verdienste Martin Luthers für die Säkularisierung, so heißt es im Ankündigungstext zum Vortrag:

„Was als tief innerlicher Gewissenskonflikt eines Mönches begann – eines ernsthaft Suchenden, der nach dem gnädigen Gott fragte – führte zu einem welthistorischen Umbruch, dessen Ergebnisse und Folgen bis auf den heutigen Tag präsent sind.
Martin Luther, in vielem im Mittelalter verwurzelt, stand auf gegen Kaiser und Papst und brachte der katholischen Kirche eine Niederlage bei, von der sie sich nie erholt hat. In religiöser Gestalt und in religiöser Form unterminierte er die materielle und ideelle Stellung der größten Feudalmacht Europas und formulierte bleibende Prinzipien von Individueller Freiheit und Gleichheit. Sie wiesen über sich selbst hinaus und trugen den Keim der Selbstsäkularisation in sich.“

22. März 2017, Dragan Pavlovic

Radikale Veganer (RVegs) – Fernziel Kulturzerstörung?

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Logo der vegan society

Anscheinend suchen einige Veganer die Nähe zur atheistischen Bewegung und meinen hier besonderes Gehör zu finden. Immerhin bringen Atheisten als kritische Geister besondere Fähigkeiten mit alte Vorstellungen zu hinterfragen. Wie nahe dabei die radikale Variante der veganen Bewegung (RVegs) typisch religiösen Reflexen nahekommt scheint zunehmend bekannt zu werden. Ich nenne Verhaltensweisen die an Heils- und Erlösungsbewegungen erinnern „Restreligiosität“ – und das kommt in den Köpfen viel häufiger vor als man zu denken meint. Natürlich handelt es sich nicht um eine Religionsausübung an sich, aber der asketische, entsagende, die lustfeindliche, kulturzerstörerische, monomanisch wirkende vegane Ernährungsweise und der missionarische Duktus kommt einem bekannt vor, hatten wir das nicht schon einmal?

Eine „Türöffner-Funktion“ soll die Diskussion um Rechte für Menschenaffen bringen. Es gibt anscheinend ein gut verstecktes Fernziel der veganen Bewegung, über die Einführung von Grundrechte für Menschenaffen auch das Verbot der Tierzucht insgesamt durchzusetzen da aus vermeintlich ethischen Erwägungen heraus diese nicht vertretbar sei. Hier verlässt eine vielleicht noch tolerierbare Ernährungsvariante mit besonderem ethischem Anspruch den Boden eines gesellschaftlich tragfähigen Konsenses: Dass ein jeder nach seiner Facon selig werden kann solange er seine Mitmenschen nicht stört und diesen die Freiheit nicht einschränkt.

Worin liegt das kulturzerstörerische dieses Fernzieles der radikalveganen Bewegung? Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die absurde Logik: Nehmen wir 100.000 Zuchttiere. Veganer lehnen den Verzehr des Fleisches ab. Die Zahl der Zuchttiere sinkt im nächsten Jahr auf 90.000 ab. Sind jetzt 10.000 Zuchttiere „glücklicher“ weil sie nie gezüchtet wurden? Sie haben nie gelebt, also ist auch niemand „gerettet“ worden. Nehmen wir an der Traum vieler radikaler Veganer (RVegs) wird realisiert und jegliche Haltung von Zuchttieren wird verboten. Niemand wird mehr Zuchttiere halten oder der Rest der Population reicht nicht für den Arterhalt einer seltenen Zuchttierrasse (was immer häufiger vorkommt). Damit stirbt diese Rasse aus. Welcher ethische Gewinn liegt hier vor? Zuchttiere existieren von Anfang an als ein gewolltes Kunstprodukt des Menschen, ohne die Nutzung durch den Menschen verliert das Zuchttier seinen Sinn und seine reale Lebensgrundlage. Was hat das Tier gewonnen? Was hat der Mensch gewonnen? Das Ergebnis ist eine No-Win-Situation mit einem Verlust für beide Seiten. Auch sollte man sich über die politische Dynamik im klaren sein. Sollte es jemals eine vegane Gruppe erreichen die Macht in einem Staat zu gewinnen und es schaffen die Tierzucht zu verbieten wird es nicht nur bei diesem Verbot der Tierzucht bleiben. Weil dem Menschen im Kontakt zum Tier von dieser Seite immer niedrige Beweggründe vorgehalten werden (moralischer Rigorismus) wird natürlich auch noch die Haltung von Haustieren verboten werden oder die Beschränkungen dafür so hoch gesetzt, dass sie kaum noch jemand mehr zu erfüllen bereit sein wird. Wir werden also auch noch alle Haustiere verlieren. Auch dies ist eine No-Win-Situation und es findet eine Entfremdung des Menschen vom Tier statt.

„Die radikalvegane Erlösungsbewegung ist eine empathieentleerte und kulturzerstörerische Entwicklung.“

Und sie desorientiert psychisch labile Menschen: Wie soll man mit dem Vorwurf des Mordes am Tier oder der Beihilfe zum Mord jemals klarkommen (ein Vorwurf der radikalen Veganer an die Vegetarier und alle anderen mit vielfältigeren Ernährungsweisen), wenn man im Leben einmal ein Schnitzel oder auch nur ein Stück Käse gegessen hat? Da Mord nicht verjährt, wie kann dieses „Unrecht“ jemals wieder gutgemacht werden? Das gilt übrigens auch für alle Veganer denen dieses Malheur in ihrem carnivoren Vorleben „passiert“ ist und deckt deren Heuchelei auf. Ferner ist die vegane Ernährungsweise nur etwas für Intellektuelle die wissen wie man überlebt ohne Mangelerscheinungen zu bekommen, Kinder, Unkundige oder schlicht arme Menschen müssen „dran glauben“ und werden die Leidtragenden dieser Unkultur werden.

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Peter Singer (Philosoph)

Die Ernährung wird zu einem belastenden Schuldkomplex aufgebaut – ganz ähnlich wie die monotheistischen Religionen „Sünder“ über die tabuisierte Sexualität generieren. Die christliche Religion war 391 n.u.Z. radikal genug alle anderen Religionen zu verbieten, nachdem sie selbst im römischen Reich die Macht in der katholischen Variante ergriffen hatte.

Bildquellen: Wikipedia Deutschland (Artikel über Veganismus)

Dragan Pavlovic

Wer die soziale Frage vernachlässigt…

Songtext „Die süßesten Früchte“ von 1954

… darf sich über die Wahl rechter Parteien nicht wundern könnte das Fazit lauten, welches man aus der Beobachtung der Wahlen der letzten Jahre ziehen kann.

Es ist ja nicht nur so, dass die Sozialdemokraten schon lange ihre klassische Wählerschicht vernachlässigen, auch die konservative Merkel schafft es nicht, wie es Volksparteien eigentlich tun sollten, die politischen Ränder zu integrieren. Nun zeigt die Wahl Trumps in Amerika und die Wahl reaktionärer Politiker und Parteien in Polen und Ungarn, dass sich eine dauerhafte Vernachlässigung der sozialen Frage rächt. Mangels wählbarer sozialer Alternativen (von Links) wählen die Bürger nun Rechts. Das Aufkommen von vielen kleinen Parteien aus Frust über die unerledigten Aufgaben der Politik (Linkspartei, Piratenpartei, AFD) birgt das Problem, dass der Wähler durch die Vielzahl der Koalitionsmöglichkeiten nicht mehr steuern kann wer an die Macht kommen soll, da vor der Wahl nicht unbedingt klar ist, wer nachher mit wem „ins Bett geht“. Kleine Parteien wie die Linkspartei in Deutschland kann man durch die monotone Medienlandschaft und durch Koalitionen „der Großen“ sehr lange marginalisieren und zur Bedeutungslosigkeit verdammen. Ich sehe zumindest weit und breit keine politische Kraft in Deutschland die in der Lage wäre etwas an dieser trostlosen Lage zu ändern. Dass die Sozialdemokratie sich aufzuraffen scheint endlich ihre bequeme Mehrheit Links von der Mitte aufzusammeln – durch eine Koalition mit Grünen und Linkspartei – erscheint zu spät und ist womöglich nur getrieben wegen des  drohenden Bedeutungsverlusts durch den Fall unter die 20% Marke bei Wahlen.

Der Vernachlässigung der sozialen Frage sehen wir nunmehr schon seit den 90er Jahren zu und in der Politik in diesem Punkt oftmals einer „Allparteienkoalition gegen das Volk“ ins Auge. Gründe dafür zeigt Carsten Frerks Buch „Kirchenrepublik Deutschland“ auf – die christliche Lobbygruppe hat sehr effektiv – vor allem nach 1989 – alle Bereiche der Republik durchwirkt. Ich hoffe nur, dass sich die unerledigten demokratischen und sozialen Aufgaben in der europäischen Politik nicht rächen werden, schließlich ist das Säbelgerassel gegen „den Osten“ und Putin zu einer unerträglichen Komödie verkommen.

Die Konservativen in Deutschland waren sich ja nicht zu schade Hitler zuzulassen nur aus Haß gegenüber der sozialen Frage in Europa (Kampf gegen die Sozialdemokratie und den Kommunismus). Und die neuerliche Propaganda entgegen jeder Idee der Völkerverständigung könnte eine Kriegsvorbereitung sein die die desolate Lage der Finanzwelt seit 2008 überdecken soll? Ich hoffe ich behalte Unrecht mit dieser Befürchtung.

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Buchtipp: Daniele Ganser „Illegale Kriege“

MA pol Dragan Pavlovic, 28.12.2016

Wie die (monotheistische) Religion die politische Kultur vergiftet

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Das Reformationsjubiläum welches nächstes Jahr gefeiert wird motiviert Historiker dazu gute Bücher zu schreiben. Das neuerschienene Buch von Tillmann Bendikowski „Der deutsche Glaubenskrieg: Martin Luther, der Papst und die Folgen“ greift eine These auf die sonst vom Wissenschafts-Mainstream ignoriert wird aber sehr tauglich ist um heute so unversöhnlich ausgetragene Konflikte in der Welt besser zu verstehen: Dass das Christentum mit seinem Starrsinn auch die politische Kultur geprägt und dieser geschadet hat. Doch lassen wir Bendikowski selbst zu Wort kommen:

Was ich allerdings beschreibe, ist noch viel dramatischer, nämlich dass dieser konfessionelle Glaubenskrieg ein negatives Vorbild war für andere Heilsgemeinschaften. Als die Menschen aus den Kirchen austreten im 19. Jahrhundert – was wir Säkularisierung nennen – verlassen sie nicht einfach nur die Kirchen, sondern sie nehmen die Erfahrung, die Rituale, die Sprache mit hinaus in die Welt und gründen neue Heilsgemeinschaften, politische, weltanschauliche, auch kirchliche und religiöse, in denen sie ähnlich rigoros agieren mit dem Anspruch auf Wahrheit und Sinn wie die alten Kirchen. Das heißt, der deutsche Glaubenskrieg geht auch in die Welt hinaus und die Erfahrung des konfessionellen Dauerkonfliktes verseucht auch die politische Kultur in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert. Eine Kultur der Unversöhnlichkeit, der Kompromissunfähigkeit, der Einteilung der Welt in Gläubige und Ungläubige ist das bittere Ergebnis.

Bendikowski schreibt weiter über den Ursprung der Konflikte der letzten 500 Jahre: „… komme allerdings zu dem ernüchternden Ergebnis, dass es vor allem religiöse Gründe sind, die die Deutschen gegeneinander in den Krieg trieben.

Die Wirkung der Religion bis heute: „… man vollzog eine konfessionelle Trennung weltlich nach und schuf damit neue soziale und politische Probleme, die dann nicht mehr aus der Welt zu schaffen waren.

Und weiter: „Wenn wir das realisieren, wie sehr wir selbst Kinder von Gotteskriegern sind, über die Jahrhunderte gedacht, dann kann uns das auch lehren, was wir in der Gegenwart machen, wenn wir auf andere Gotteskrieger oder Kinder von Gotteskriegern treffen.“ und „Ich weiß nicht, ob dieser Dämon des Konfessionalismus wirklich tot ist. Vielleicht schläft er nur.

Das stützt auch die These dass die politischen Religionen wie z.B. der Faschismus und der Kommunismus eine Folge religiös vorgelebter und somit historisch eingeübter Intoleranz sind. Diese These wird gerne von religiöser Seite in einer Art „Täter-Opfer-Umkehr“ vermeintlich säkularen Kräften umgekehrt untergeschoben. Wer sich in die Debatte vertiefen möchte, findet beim Humanistischen Presseportal HPD umfangreiche Lektüre dazu: Religiöse Denkstrukturen in der Politik, Wer behauptet, Atheisten=Mörder?, Ohne Gott ist alles erlaubt (hierzu gibt es eine ganze Serie von Artikeln beim hpd), wer z.B. die körperfeindliche christliche Sexualmoral in der kommunistischen Kultur wiederfinden möchte, lese „Wege der Erniedrigung“.

Nicht jede Form von Religion führt zu intolerantem Denken. Eine sehr hohe Kulturstufe erreichte das Abendland unter der religiös toleranten griechisch-römischen Kultur, hier als Beispiel:

Bildquelle: religionsfreiezone.de (Giordano Bruno Stiftung)

24.10.2016, Dragan Pavlovic

 

Wie kann man die monotheistischen Religionen zähmen? Teil 2

 

Im ersten Teil erläuterte ich was so problematisch an den monotheistischen Religionen ist und wie man diese zähmen kann. Auch widmete ich mich dem psychologischen Aspekt der Problematik welcher für viele Menschen wegen der nicht enden wollenden Gewalt unverständlich erscheint und immer wieder diskutiert wird wenn Selbstmordattentate stattfinden. Der Mobbing-Charakter dieser Problemreligionen wird gerne geschönt oder geleugnet, sollte aber gerade die Anhänger dieser Religionen nachdenklich stimmen. Denn es sind am häufigsten nicht Anders-denkende und -gläubige Opfer dieser Gewalt sondern vor allem die eigenen Leute. Es sind Menschen die niemals etwas Verbrochen haben als lediglich anders zu denken und zu fühlen. Die Kenntnis der Kirchengeschichte ist unbedingt notwendig möchte man sich produktiv mit seinem eigenen Glauben auseinandersetzen.

Im ersten Teil betonte ich die Bedeutung der Bildung – vor allem der Kinder und Jugendlichen – möchte man langfristig etwas gegen religiöse Verblendung bewirken. Begibt man sich auf den Pfad der Gewalt ruft man das genaue Gegenteil dessen hervor was Menschen im besten Sinne veredelt. Weitere Forderungen können aufgestellt werden wie z.B. die Verbannung des Missionsgebotes in den heiligen Schriften als auch die Gebote die den Alleinanspruch auf Wahrheit in der Religion verkünden, was in seinem Kern religionsfeindlich ist. Zur Verbannung des Missionsgebotes schreibt der Ysee, was mich auch zum Schreiben des zweiten Teils von „Wie kann man die monotheistischen Religionen zähmen?“ motivierte:

„Missionary activity, namely, the pursuit of converts to christianity or islam, should be considered a CRIME AGAINST HUMANITY. The missionary religions:
a) consider the target culture inferior (which is an extreme form of racism)
b) attempt to destroy the target culture through conversion of its members
Humanity is doing more to save endangered species of animals while it tolerates (or is completely oblivious to) the systematic destruction of Human Cultures GOING ON IN THE WORLD TODAY !!!“

Der Ysee hat mit dieser Kritik etwas grundlegendes herausgestellt: Juden, Christen und Muslime selbst haben es garnicht gern, wenn einzelne Mitglieder aus ihrer Gemeinschaft durch Proselytentum herausgelöst werden und drohen ihren eigenen Mitgliedern auf schlimmste Art und Weise, was den psychopathologischen Charakter verdeutlicht.

Prof. Dr. Hans Schauer schreibt über den psychologischen Charakter den die monotheistischen Religionen fördern:

„Ein Nebeneffekt von Übermacht oder gar Allmacht ist die Tendenz, alle Kritik der Untergebenen und schon ihr Bestehen auf Selbstbestimmung schließlich als Verschwörung dunkler teuflischer Mächte zu diffamieren und zu bekämpfen. In individueller Psychopathologie ist die paranoide Schizophrenie oft mit einem Verfolgungswahn verbunden, was zu einer Selbstabschließung in realitätsferne Eigenwelten führt. Die Neigung zum Ernstnehmen unerreichbarer Ideale verschärft schließlich die schon prämorbid aufgebaute Fehlorientierung dieser seelisch Kranken. In diesen und anderen Problemfällen schalten sich gern ungebetene Helfer ein, welche die Notlage der Hilfsbedürftigen zum eigenen Profit ausnutzen. In der Korruption geschieht eine gegenseitige Ausnutzung oft auf Kosten Dritter. Im Mobbing wird der eigene Vorteil durch das Schlechtmachen eines Anderen befördert. “ (Links zu beiden Zitaten s.o.).

Ein Umschreiben der heiligen Texte ist die Vorausssetzung für eine friedliche Koexistenz der Religionen und für eine Vielfalt der Kulturen. Liberale Religiöse sollten sich künftig hier mehr engagieren. Eine demokratische Kultur ist nicht möglich ohne eine dauerhafte Zähmung der monotheistischen Religionen weit über das jetzige Niveau hinaus.

 

MA pol Dragan Pavlovic, 02.08.2016

 

 

 

Wolf und Schaf

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Sie denken es ist schön ein Wolf zu sein? Schließlich lebe ich nach der Sichtweise der Kreationisten in der besten Welt, hat sie doch der Schöpfer so von Anfang an für mich so bestimmt. Und da der Herr keine Fehler macht, muß ich im Unrecht sein so ganz wie bei George Orwell. Doch ich will Ihnen sagen wie es wirklich ist, so als Wolf.

Mein Lieblingsbeutetier – das Schaf – stellt mich vor große Probleme: Die viele Wolle ist eine echte Fehlkonstruktion des Herrn höchstpersönlich. Man kann das Schaf vor lauter Wolle nicht richtig fressen, ich muß entweder vom Kopf her anfangen, nachdem ich es mühsamst in Kollektivleistung erjagt habe, was mir regelmässig wegen des harten Schädelknochens meine Zähne ruiniert. Ohne Zahnarzt leide ich deswegen regelmässig an großen Schmerzen…..

Oder ich fresse das Schaf vom Arsch her – doch das ist aus sozialen Gründen total enttäuschend. Stinke ich doch daraufhin tagelang ganz eklig nach dem schwächlichen Wolltier und bin dann bei meinen Freunden komplett unten durch. Dann heißt es wieder „Ey Kalli, stinkst ja wie ein Schaaaaf! Hi, hi, hi, ho“. Und ich bin jedesmal total fertig. Habe zwar dann einen vollen Bauch, doch werde ich dann tagelang von meiner Gruppe ausgegrenzt. Echt übel die freie Wildbahn – sage ich Ihnen!

Daher hat sich neulich der Rat der Wölfe mit dem Rat der Schafe getroffen um die ganze Problematik endlich so richtig zu lösen, Endlösung halt. Steht doch schon in der Bibel bei Jesaja:

„Wolf und Lamm sollen weiden zugleich, der Löwe wird Stroh essen wie ein Rind, und die Schlange soll Erde essen. Sie werden nicht schaden noch verderben auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR“.

Gewissermaßen sind wir da den Radikalen Veganern  (Rvegs) ganz ähnlich, denn nach der Lektüre in der Bibel sind wir Wölfe ziemlich brainwashed. Denn auch diese möchten uns Wölfe endlich zur fleischlosen Ernährung verführen und den Gewalt-Teufelskreis aus Fressen und Gefressen werden aufheben. Unsere domestizierten Kollegen, die Hunde, sind da schon ganz hineingezogen worden. Das hat man davon, wenn man seine Freiheit aufgibt!

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Bildquellen: Wikipedia Deutschland

 

20.07.2016 Dragan Pavlovic