Der Mobbing-Charakter der christlichen Religion

Wälzen sich Christen wie die Hunde und Schweine in ihrem Auswurf und Kot? (Zitat nach dem Kirchenvater Athanasius)

Ikone_Athanasius_von_AlexandriaBild: Quelle – Wikipedia Deutschland

„Was ist Mobbing?“ Als Mobbing-Berater erkläre ich diesen Begriff mit den Worten „dauerhafte ausgrenzende und erniedrigende Handlungen“. Nun wird klar worin die geistig und körperlich belastende Qualität von Mobbing besteht: Jeder Streß und Ärger der nicht aufhört macht krank.

Könnte es einen historischen Zusammenhang geben zwischen dem Willen auszugrenzen und zu erniedrigen und der gewalttätigen Geschichte der christlichen Religion? Schließlich stellte sie die dominante Kultur über ein Jahrtausend in Europa und traumatisierte Generationen von Menschen. Die Ausbreitung des Christentums, des ersten Monotheismus mit universellem Anspruch ist eine Geschichte voller Gewalt, nur in Ausnahmen ist sie eine Geschichte von freiwilliger Annahme eines neuen Glaubens.

Erst durch die Verbindung von Thron und Altar unter dem Kaiser Theodosius 391 n.u.Z. konnte sich die im römischen Reich kleine Minderheit von Christen durch ihren aggressiven Kulturvandalismus gegen die etablierten Religionen – vor allem der römisch-griechischen Religion durchsetzen. Selbst nach wohlwollendsten Schätzungen gab es im römischen Reich nicht mehr als 15% Christen zur Zeit der christlichen Machtergreifung. Könnte es daher einen Zusammenhang geben zwischen dieser Ausgrenzungskultur und der heutigen Mobbingkultur?

So wie christliche Fanatiker der ersten Stunde ihre eigenen Mitchristen und Mitmenschen gequält, ausgegrenzt und erniedrigt haben ohne ersichtlichen Grund – nur aus niedrigen menschlichen Beweggründen und womöglich aus psychischer Erkankung heraus?  Von der mangelnden Toleranz gegenüber Andersdenkenden in Religion, Kultur und Politik ganz zu schweigen.

Meiner Meinung nach lassen sich für diese These gute Beispiele in der (Kirchen-)Geschichte finden. Ich möchte anhand eines Kirchenvaters der Geschichte – „Athanasius der Große“, allseits anerkannt von Protestanten, Katholiken und Orthodoxen, die These stark machen, dass eine extreme Religion – und der Monotheismus ist in seinem Alleinvertretungsanspruch auf Wahrheit eine Religion der Diktatoren und Tyrannen* – eben auch extreme menschliche Charaktere anzieht wie z.B. Athanasius. Diese extremen menschlichen Charaktere fühlen sich von einer Religion angezogen welche schizophrene Menschen im Besonderen anspricht, wie der Professor für Psychologie Hans Schauer ausführt.

Schauen wir dafür in die Texte des Athanasius (295-373, Anhänger der trinitarischen Lehre):  „Vier Reden gegen die Arianer“ wie ein Christ mit seinen Christen und Mitgläubigen umgeht. Noch einige Erläuterungen bevor es „losgeht“: Sein christlicher Mitbruder Arius (260-336) ist der Vertreter des arianischen Christentums Adressat der Schriften des Athanasius. Dessen Schriften wurden von seinen trinitarischen Kollegen unterdrückt und vernichtet (nichts weniger als Bücherverbrennungen), weshalb die Aussagen des Arius nur durch die schriftlichen Antworten des Athanasius erhalten geblieben sind. Arius selbst ist sehr wahrscheinlich von seinen Gegnern vergiftet worden. Die im Norden des römischen Reiches weit verbreiteten arianischen Kirchen existierten weiter bis sie zwischen 500 und 700 militärisch oder durch Konversion durch Christen ausgerottet wurden. Trinitarier und Arianer schickten sich zu allem Überfluß an Nächstenliebe wechselseitig in Verbannung! Die Anhänger der christlichen Religion – so schreibt Rolf Bergmeier in seinem Buch „Kaiser Konstantin und die wilden Jahre des Christentums“ konnten sich 300 Jahre nicht auf  grundlegende Inhalte ihrer Religion einigen. Es bedurfte des Einspruchs eines römischen Kaisers „von oben“ um den Streit zwischen Trinitariern und Arianern zu schlichten. Dabei waren die Arianer in der Mehrheit und waren die intellektuelleren Christen, verloren aber die Auseinandersetzung gegen die Minderheit der Trinitarier. Römische Herrscher kümmerten sich im Reich um den Religionsfrieden. Christen selbst waren nicht dazu in der Lage. Hier nun die „lobenden“ Worte des Athanasius gegen die Arianer, alles Zitate aus seinen Schriften, die Beschimpfungen und Herabwürdigungen sind durch Kommata getrennt:

Arianer
-ersinnen Wahngebilde, sind gottlos, sind mit dem Teufel im Bunde, säen tödliches Gift aus, sind Vorläufer des Antichrist, sind listig und verschlagen, hängen einer Irrlehre an, sind heuchlerisch, sind unvernünftig, Verführen durch Fehlschlüsse, sind eine übelriechende Torheit, verstehen nichts und vor allem nicht die heilige Schrift, sie reden albern, sind geistig krank, sinnverwirrt und unverständig, sind Wahnsinnige, Betrüger, Lästerer, sind weibisch, Possenreißer, Spinner, lächerlich, hassenswert, wie die Schlange die dem Weibe rät, Abtrünnige, Frevler, Lügner, Herätiker, christusfeindlich, Vorläufer des Antichrist, schwatzhaft, verwenden wie der Teufel die Bibel um zu verwirren, verschmitzt, Frevler, völlig unwissend, bestechliche Schmeichler, Faselnde, Bild des Bösen, strotzend von jeglicher Gottlosigkeit, die Leiter zur Hölle Betrendende, Geheimniskrämer, Heuchler, Rasende, unchristlich, gottlose Lästerzungen, Blasphemiker, töricht, eitle Redner wider den Herrn, Gesinnungstäter, Hintergehende, Streitsüchtige, erheuchelt Gewissenhafte, Eingebildete, Kreischende, Räuber, Leugnende, Christusfeinde, Gottesfeinde, Ehrlose, Scherzende, Sollen sich wie die Manichäer im Staube wälzen, Verdienen bitteren Spott und Hohn, Gegen die Wahrheit kämpfende, voll jeglicher Gottlosigkeit, blasphemisch Fragende, Lästernde wider den Vater, das Wort Leugnende, Phantasierer, sammeln nach Art der Schlangen nur das was zur Giftbereitung dient, boshaft Gesinnte, Vermessenheit von Rasenden, verdächtig in der Gesinnung und voll List, verschlagene Sophisten, Anwälte der Heräsie, Durchgefallene, verschlagen tückisch, mit Recht hassenswerte, verwegen gottlose, geschwätzig Fragende, abscheulich Lehrende, Vorstellungen wie aus einem Herd von Verkommenheit ausspeiende, Sinn verdrehende, vollendet Gottlose, unvernünftige Erfinder, Böswillige (bis Seite 40 aus der ersten Rede)

Zitate aus der zweiten Rede:
Heuchler des arianischen Wahnsinns, vom Heiland übel Denkende, „Sie aber geben in unbegreiflicher Weise auch jetzt noch nicht nach, sondern wie Schweine und Hunde in ihrem eigenen Auswurf und Kot sich wälzen, so erfinden sie vielmehr für ihre Gottlosigkeit neue Wege“, die göttliche Schrift frivol Behandelnde, diesen (den Arianern) aber aus jeder einzelnen Stelle nachweisen, daß sie das Christentum überhaupt nicht kennen; erscheinen als Gräuel vor dem Herrn (bis Seite 4)

Dritte Rede:
Verräter und Verächter der Wahrheit, mit der Stimme einer Buhlerin haben sie in ihren gottlosen Reden jedem Menschen gegenüber das Schamgefühl abgelegt, so begannen sie nunmehr wieder in unbegreiflicher Weise, gleichsam vom Gift der Schlange übergossen und ohne zu sehen, was sie sehen sollten, und ohne zu verstehen, was sie lesen, als wollten sie aus der Tiefe ihres gottlosen Herzens sich erbrechen, auch das Herrnwort zu zerzausen,
Denn hätten sie diese Erkenntnis, dann würden sie nicht den Herrn der Herrlichkeit unter Hohngelächter schmähen, noch vom Unkörperlichen sich eine körperliche Vorstellung machen und richtige Aussprüche falsch auslegen, sie hätten nun schon auf das bloße Hören dieser Worte hin glauben sollen, da ja der Herr es ist, der redet; denn der Glaube der Einfalt ist besser als eine weitläufige Beweisführung, Anwalt der Heräsie, Bis Seite 3

Mehr Mühe als etwa knapp 50 Seiten der Schrift „Vier Reden gegen die Arianer“ mir als Kenner von Mobbing-Verhalten durchzulesen waren nicht nötig um diese reichhaltige Sammlung von ausgrenzenden und erniedrigenden Redensarten ausfindig zu machen. Lesen Sie aufmerksam das Kapitel über die Zusammenhänge von psychischer Gesundheit und  Religion von Prof. Dr. Hans Schauer um dieses Verhalten selbst einzuordnen und zu bewerten.

MA pol D. Pavlovic

Zum Video:

Wieviel Toleranz Christen für die griechisch-römische Kultur (also Andersdenkende) aufbrachten erzählt uns ein Auszug aus einem Original-Text des spätantiken Rhetorikers Libanios.

* Anmerkung:

Die Werte des Rachegottes

Schon zu Beginn seines Vortags hatte Kubitza den alttestamentarischen Rachegott vorgestellt: An mehr als hundert Stellen ruft Jehova / Jahwe / Elohim zu Mord oder Völkermord auf, heißt das gut oder begeht ihn selbst zugunsten seines „auserwählten Volkes“.

Gegen Ende seines Vortrags betrachtete Kubitza die „Zehn Gebote“ genauer, die sogar viele Kirchenferne als irgendwie wertvolle Richtschnur betrachten. Doch „bleiben bei einer kritischen Analyse von den Zehn Geboten bestenfalls drei übrig, die mit den Prinzipien einer freiheitlichen Grundordnung zu vereinbaren sind. Viel höher ist dagegen die Zahl der Gebote, die explizit oder implizit einer solchen Ordnung widersprechen“ (S. 339), angefangen bei den ersten vier, die den christlich-jüdischen Gott thematisieren: „Ich bin der Herr, Dein Gott, Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“, lautet das erste Gebot und widerspricht damit fundamental dem aufklärerisch-humanistischen Gedanken von Toleranz. Im zweiten Gebot verfolgt der Gott „die Schuld der Väter an den Söhnen bis zur dritten und vierten Generation“: Eifersucht und Rache paaren sich mit Sippenhaft und Kollektivschuld – sind unserem modernen Rechtsdenken also zutiefst zuwider.

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12 Kommentare zu “Der Mobbing-Charakter der christlichen Religion

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  11. Es gibt vielschichtige Gründe warum so viele Gewalttaten im Namen der christlichen Religion verübt wurden. Kann hier wärmstens das Buch von Ellen G. White „Der große Kampf“ empfehlen.

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