Kelsos reloaded – was ein Philosoph über Jesus zu berichten weiß

Philosoph Kelsos

Kelsos reloaded

Auf die klugen Worte des Philosophen Kelsos hatte ich schon in meinem Blogeintrag vom 13.12.2014 hingewiesen. Nun stöberte ich in Simon Tewes Buch „Die Christen in der heidnischen Gesellschaft – Das Urteil des Kelsos in seiner „Alethes Logos“ weitere interessante Zitate auf. Tewes Studienarbeit kann ich jedem wärmstens ans Herz legen. Es ist sehr gut lesbar geschrieben und mit ca. 30 Seiten auch übersichtlich im Umfang. Doch was schreibt ein Philosoph über die wichtigste Person des Christentums, das ist wirklich spannend, denn Kelsos schrieb über die christliche Religion im Jahre 175. Dabei war das Christentum erst um etwa 100 n.u.Z. (nach unserer Zeitrechnung statt „n.Chr.“) aus dem Schoße der jüdischen Religion langsam entstanden.

Aber lassen wir Kelsos im Originaltext zu Wort kommen:

„Die Juden, die ägyptischer Herkunft sind, verließen Ägypten, nachdem sie sich gegen das Gemeinwesen der Ägypter auflehnten und die in Ägypten gewöhnliche Gottesverehrung verachteten. Was sie den Ägyptern angetan haben, haben sie nun von den Anhängern Jesu erlitten, die an ihn als Christus glauben. Der Aufruhr gegen das Gemeinwesen ist bei beiden der Grund der Neuerung gewesen. […] Der Aufruhr ist damals die Ursache für den Zusammenschluss der Juden gewesen, später für die Entstehung der Christen.“ (Tewes, Seite 4)

„Jesus hat seine Geburt aus einer Jungfrau erdichtet. Er stammt aus einem jüdischen Dorf, geboren von einer einheimischen Handarbeiterin. Sie wurde von ihrem Mann, der von Beruf Zimmermann war, des Ehebruchs überführt und verstoßen. Als sie von ihrem Mann weggeschickt wurde und ehrlos umherirrte, gebar sie heimlich Jesus. Wegen der Armut ging dieser nach Ägypten, wo er sich als Tagelöhner verdingte […].“ (Tewes Seite 5)

„Zehn oder elf verrufene Menschen hat Jesus an sich gebunden, Zöllner und Schiffer der schlechtesten Art. Mit diesen lief er hierhin und dorthin weg, und brachte schmählich und kümmerlich Nahrung zusammen.“ (Tewes, S. 6)

„[…,] warum herrschest du nicht als König, nachdem du herangewachsen warst, sondern bettelst so unwürdig, du, der Sohn Gottes, und ziehst gebeugt vor Angst elend landauf und landab herum?“ (Tewes, S. 8)

„Es könnte ein ebenso Unverschämter auch von einem bestraften Räuber und Mörder sagen, dass er nicht ein Räuber, sondern Gott war. Denn er sagte seinen Raubgesellen voraus, dass er solches leiden würde, was er dann gelitten hat.“ (Tewes, S. 8)

„[…;] dort [in Ägypten, s. o.] versuchte er sich an einigen magischen Kräften, auf die die Ägypter stolz sind. Eingebildet auf diese Kräfte kam er zurück und erklärte sich ihretwegen öffentlich als Gott.“ „Durch Zauberei konnte Jesus die Wundertaten vollbringen, die er scheinbar gewirkt hat; und weil er voraussah, dass auch andere, wenn sie die gleichen Kenntnisse besitzen, dasselbe tun werden – sich brüstend es durch die Kraft Gottes getan zu haben -, hat er solche Menschen aus seiner Gemeinschaft ausgeschlossen.“ „Was über Heilungen oder eine Auferstehung aufgeschrieben wurde, oder über wenige Brote, die viele ernährt haben, von denen viele Reste übrig geblieben sind, oder all dies, was die Jünger phantasierend erzählt haben: Wohlan wir wollen glauben, dass du all dies gewirkt hast! Sie sind aber mit den Werken der Zauberer gleichzusetzen, die noch wunderbarere Dinge versprechen, und mit dem, was die Schüler in Ägypten vollbringen, wenn sie mitten auf den Märkten für wenig Geld ihr ehrwürdiges Wissen abgeben: Sie treiben die Dämonen von den Menschen aus, blasen Krankheiten weg […].“ (Tewes, S. 8+9)

Quelle: religionsfreie-zone.de (Dank an GBS)

Quelle: religionsfreie-zone.de (Dank an GBS)

18.03.2015 Bild oben: wikipedia Frankreich

MA pol Dragan Pavlovic

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