Christliche Leitkultur – Die Erfindung von Kinderhexen (Mobbing Teil 4)

Kinder als Opfer der Religion

Kinder als Opfer der Religion

Zum Thema ‚Mobbing in monotheistischen Religionen‘ untersuchte ich eine Schrift des Kirchenvaters Athanasius (373) – auch ‚der Große‘ genannt,  warf einen Blick auf die Kinderkreuzzüge (1212), die Verfluchung des Philosophen Spinoza durch die jüdische Gemeinde (1656) und nun auf die Erfindung von ‚Kinderhexen‘ aus typisch religiösem Wahn heraus:

Das Mittelalter ist vorbei – und das Christentum hat heute seinen Aberglauben überwunden? Schön wäre es! Heute noch werden Kinder der Hexerei bezichtigt: „Die in Kinshasa stark verbreiteten evangelikal-fundamentalistischen Sekten unterstützen diesen Hexenglauben und unterwerfen angebliche Hexenkinder mitunter qualvollen Prozeduren, um sie von ihrer vermeintlichen Besessenheit zu befreien (Exorzismus). Es sollen allein in Kinshasa dreißig- bis vierzigtausend Kinder als „Hexen“ gelten. Humanitäre Organisationen bemühen sich um Aufklärung und um Hilfe für betroffene Kinder.“

Einstiegsdroge

Einstiegsdroge

Prozesse gegen Kinderhexen gab es nicht nur vereinzelt, sondern fast überall in Europa, in Frankreich und Spanien, in der Schweiz und Italien, in Deutschland und Schottland, in England und Schweden und sogar in der sogenannten neuen Welt. Der Hexerei verdächtigte Kinder von drei, fünf, sieben, zwölf Jahren wurden von Erwachsenen, ihren Eltern, von Pfarrern und Lehrern ausgehorcht und von den Gerichtsbehörden vernommen; man sperrte sie ins Gefängnis und legte sie an Ketten; sie wurden bedroht und gefoltert. Kleine Kinder starben unter der Qual der Tortur. Der Zauberei verdächtigte Kinder sonderte man von Gleichaltrigen ab, unterwarf sie strengster Kontrolle und verpflichtete sie zu frommen Übungen. Unzählige von ihnen wurden von Nach-Richtern mit Ruten ‚bis aufs Blut gestrichen‘. Die Spur vieler ‚verführter‘ Kinderhexen verliert sich in der Verbannung. Groß ist die Zahl der kleinen Hexen, die ihr Leben auf dem Scheiterhaufen oder unter dem Schwert des Henkers endeten.“ (Weber, Hexenprozesse gegen Kinder, S. 11)

In Fürstenfeld (Steiermark) fand 1686 ein Prozeß gegen einen neunjährigen Buben statt, dem man auf Grund des Urteils die Adern im Bad geöffnet hatte. Da er nicht ausblutete, sollten ihn die Barmherzigen Brüder in Graz aufs Spital aufnehmen. Sie lehnten es mit der Begründung ab: „Ihrem Auftrag nach den Armen und Kranken zu dienen, und nicht denen, die durch Urteil und Recht krankhaft würden“.  (Wolf, Geschichte der Hexenprozesse, S. 983)

Der von konservativen Politikern gedankenlos verwendete Begriff der ‚Christlichen Leitkultur‘ als Gegenmodell zum aufgeklärten Europa lässt jeden Geschichtskundigen erschauern.

Quelle: Petrus von der Let, Zipfelmützen Götter, Religion als Echo der Kindheit

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia „Hexenkind (historisch)“

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