Der Mobbing-Charakter der monotheistischen Religionen – Teil 5

Ein herausragendes Merkmal monotheistischer Religionen ist deren Intoleranz in Fragen des Glaubens. Selbst minimale Differenzen zwischen Gruppen einer Konfession wirken sich entzweiend aus. Kürzlich trafen sich Papst Bergoglio und der Patriarch Kyrill I. – eine erste Annäherung nach tausendjährigem(!) Stillstand in den Beziehungen zueinander.

Die Differenzen zwischen Ost- und Weströmischer Kirche findet man in der „Filioque-Formel“ – einem kaum nennenswerten Unterschied im Gebet. Zwischen Protestanten und Katholiken steht der Streit um die „Transsubstanation“ welche diese Gruppen schon über fünfhundert(!) Jahre entzweit. Allein diese Zeiträume unversöhnlichst ausgetragener Gegnerschaft zeigen die Dominanz mit der gegenseitige Ausgrenzung und Haß ein manifestes Merkmal dieser „Gegenreligionen“ sind. Diese Eigenschaft ist so bezeichnend, dass ich sie als Beispiele für eine Mobbing-un-kultur in seiner reinsten Form ansehe.

Dass diese extreme Unversöhnlichkeit  von Anbeginn typisch für diese Religionen ist, zeigt z.B. das Massaker von Thessaloniki über das der Autor Kenneth Humphrey schreibt: „Theodosius, one of those luminaries of the Church accorded the honorific “Great”, showed that a Christian Emperor could best any pagan emperor for folly, indulgence and cruelty. While a Caligula or a Nero could unleash murder and mayhem on his family and entourage, Theodosius criminalized and punished a large part of the population of the whole empire, of which his treatment of Thessalonica is one notable example.“ – Das Christentum stellt einen dramatischen Kulturbruch mit der toleranten griechisch-römischen Kultur dar.

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Bischof Ambrosius und Theodosius I., Bildquelle engl. Wikipedia

Ein noch früheres Beispiel für den Mobbing-Charakter der monotheistischen Religion ist die Belagerung Jerusalems 70 n.u.Z. durch römische Truppen. Obwohl die Juden – umzingelt und belagert von 60.000 römischen Soldaten einen gemeinsamen äußeren Feind haben – was Menschen normalerweise psychisch zusammenschweißt – haben diese nichts besseres zu tun als sich innerhalb der belagerten Stadt gegenseitig in kürzester Zeit die großen Vorräte an Weizen gegenseitig in Brand zu stecken nur um der jeweils anderen Seite den größtmöglichen Schaden anzurichten: Die religiös fanatischen Zeloten waren Triebfeder der Zwangsvorstellung dass alle Juden sich wie ein Mann dem aussichtslosen Kampf gegen die damals stärkste Macht der Welt stellen müßten. Und zerstörten damit die Grundlage der eigenen Existenz. Diese Form unvernünftigen selbstschädlichen Handelns ist typisch für religiösen Fanatismus. Im Video zu sehen ab Minute 14:40.

 

Das ganze ist nun Geschichte und hat keinen realen Bezug zur heutigen Politik? Man ist verwundert wenn man liest, dass der aktuelle Ölpreis hauptsächlich deswegen so niedrig ist, weil die religiösen Rivalen Saudi-Arabien und Iran sich gegenseitig bekämpfen auch wenn der Autor Thomas Frankenfeld diese Sicht am Ende seiner Ausführungen abzumildern sucht. Ein 100 Mrd. Dollar Verlust ist ein denkbar hoher Preis nur um dem Iran zu schaden – so schadet das Saudi-Arabische Königreich hauptsächlich sich selbst. Geht es vielleicht stattdessen darum Rußland zu schaden? Dem Beherberger des amerikanischen Staatsfeinds Nr. 1 Edward Snowden? Dass der Preis des Öls hauptsächlich ein politisch-religiöser sein soll ist für sich genommen unglaublich aber wahr. Es zeigt, dass die Überzeugung der Ökonomie dass die Rationalität der Marktteilnehmer die Preise bestimme eine Illusion ist.

Wenn man annimmt – eine weitere These zum niedrigen Ölpreis – die Saudis hätten Angst in Anbetracht des Klimawandels auf ihren großen Öllagerstätten „sitzen zu bleiben“ und das Öl nun noch schnell verramschen möchten – man bedenke, dass der wertvolle Rohstoff Öl dann unverantwortlich in weniger als 200 Jahren Menschheitsgeschichte verheizt und verfahren wird, dann ist auch dieser Beweggrund niederträchtig da schädlich für die ganze Welt.

Bisherige Artikel aus der Mobbing-Reihe:

Teil1,   Teil 2,  Teil 3, Teil 4

Oberstes Bild: eingebettete Bildquelle – Frankfurter Rundschau

Dragan Pavlovic, 27.05.2016

 

 

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