Die protestantische Reformation aus der Sicht des säkularen Humanismus

Der marburger Philosoph Dr. Dr. Joachim Kahl ist bekannt für seine humanistisch orientierte Religionskritik – aufgeregtem Anti-Theismus erteilt er eine Absage. Der Autor des Best- und Longsellers „Das Elend des Christentums“ nimmt trotz aller Rücksicht kein Blatt vor den Mund und weiß durch fundierte Kritik zu überzeugen. Diesmal widmet er sich im Jahr des Reformationsjubiläums der säkularen Sicht auf Martin Luther und skizziert warum dessen Persönlichkeit heute überbewertet wird und nur noch musealen Charakter hat. – Vortrag vom 21. März in der Volkshochschule Marburg:

Freilich gibt es Verdienste Martin Luthers für die Säkularisierung, so heißt es im Ankündigungstext zum Vortrag:

„Was als tief innerlicher Gewissenskonflikt eines Mönches begann – eines ernsthaft Suchenden, der nach dem gnädigen Gott fragte – führte zu einem welthistorischen Umbruch, dessen Ergebnisse und Folgen bis auf den heutigen Tag präsent sind.
Martin Luther, in vielem im Mittelalter verwurzelt, stand auf gegen Kaiser und Papst und brachte der katholischen Kirche eine Niederlage bei, von der sie sich nie erholt hat. In religiöser Gestalt und in religiöser Form unterminierte er die materielle und ideelle Stellung der größten Feudalmacht Europas und formulierte bleibende Prinzipien von Individueller Freiheit und Gleichheit. Sie wiesen über sich selbst hinaus und trugen den Keim der Selbstsäkularisation in sich.“

22. März 2017, Dragan Pavlovic

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