Die zarte Pflanze Empathie

Die Fähigkeit des Menschen zur Empathie – also der Fähigkeit sich in andere Menschen emotional hineinzuversetzen ist für das Zusammenleben der Menschen wertvoll. Diese grundlegende Gabe, sollte sie verloren gehen oder garnicht erst ausgebildet werden, bedeutet nicht nur einen Verlust für einen selbst, sondern auch für das ganze Umfeld. Umso wichtiger ist die Förderung empathischer Fähigkeiten aus der Sicht eines säkularen Humanismus. Der Philosoph Prof. Dr. Metzinger erläutert ab Minute 27:30 die Bedeutung der Eltern-Kind-Interaktion für die Entwicklung empathischer Fähigkeiten beim Kind im Lichte neuer epigenetischer Erkenntnisse:

Wichtig sind die ersten drei Lebensjahre des Menschen um empathische Fähigkeiten auszubilden. Metzinger gibt zu bedenken, dass gesellschaftlich viel zu wenig Verantwortung übernommen wird was mit den Kindern in diesem kritischen Alter passiert. Wenn man bedenkt wie umkämpft die Köpfe der Kinder sind, wenn monotheistische Religionen hier ihren unerbittlichen Zugriff ausüben – die Skandale um Kindesmißhandlung und Kindesmißbrauch von dieser Seite kommen nicht von ungefähr – kann man die gesamtgesellschaftliche Bedeutung ermessen die dieser Frage zukommt.

Richard Dawkins hat zurecht darauf hingewiesen dass die religiöse oder weltanschauliche Vereinnahmung von Kindern unsinnig ist: „Würden Sie jemals von den politischen Überzeugungen von Vierjährigen sprechen? Hannah ist eine sozialistische Vierjährige, Mark ein Konservativer. Wer würde im Traum daran denken, so etwas zu sagen?“

Der Poet Khalil Gibran hat das in einem Gedicht so ausgedrückt:

Zitat Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht. …“

Dragan Pavlovic   07.04.2017

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