Was ist so komisch an diesen Christen ? (Teil 2)

Warum verfolgten die Römer Christen? Und wurden diese wirklich im Amphitheater von Löwen gefressen? Der Artikel „Was ist so komisch an diesen Christen?“ war letztes Jahr eines der beliebtesten auf monotheismus.wordpress.com.

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Das letzte Gebet der Christen im Circus Maximus, Ölbild von Jean-Léon Gérôme (1863–1883), hat diese „Christenverfolgung“ tatsächlich so stattgefunden?

Es ist Zweifel angebracht wenn Christen sich als Verfolgte darstellen, gehört doch das Martyrium zu den wenigen Möglichkeiten mit denen Christen meinen sich selbst „heiligen“ zu können. Auch wurde die Geschichtsschreibung nach der christlichen Machtergreifung 391 n.u.Z. im römischen Reich christlich dominiert – dazu gehört die überhöhte Selbstdarstellung als Opfer in spätrömischer Zeit. So schreibt Joseph Mc Cabe: „No christian was put to death in the coliseum“, „All stories of christians being exposed to lions in the roman amphiteater are bogus“, „No claim that christians had been „thrown to wild beasts in the colosseum“ was made until the 17th century – until the amphiteater was being pillaged for building material to rebuild St. Peters“. (Quelle)

Andrew Henry von der Boston University erzählt in seinem Video „Why did romans persecute Christians?“ folgendes:  Für die Verfolgung der Christen gibt es keinen direkten Nachweis, viele Geschichten wurden übertrieben, tatsächlich richtete man Christen im römischen Reich nur selten hin. Die Verfolgungen waren nicht üblich, sondern sporadisch und lokal begrenzt. Eine systematische Verfolgung war schon allein deswegen kaum möglich, weil das römische Reich nur eine schwache Verwaltung hatte –  „too many people and too few administrators“. Die Christen wurden überwiegend ignoriert, es gab selbst zur Zeit der christlichen Machtergreifung nur etwa 5% von ihnen im Reich.

Was den Römern übel aufstieß war die Heimlichkeit mit der dieser Kult ausgeübt wurde. Er wurde als extrem (excessive) und  illegal (irregular) empfunden, als eine Art starke Einbildung oder Aberglaube (superstitio). Religion wurde im römischen Reich immer öffentlich ausgeübt durch Opfer (die der kultischen Speisung der Massen diente). Es wurde dabei ausgiebig gefeiert, Festivitäten fanden statt und die Religion war somit als öffentliches Event eminent politisch. Eine Weigerung an diesen Festen teilzunehmen oder diese gar zu verhöhnen wurde als antisozial aufgefaßt. Zudem war die Weigerung Opfer auch für die römischen Kaiser darzubringen als staatsfeindlich angesehen.

Das Christentum galt als merkwürdiger Kult, da er nicht zu den überlieferten Religionen gehörte, wurde er nicht als Religion anerkannt. Die richtige Einschätzung dass die christliche Religion gefährlich für den sozialen Zusammenhalt ist, zeigte sich sofort nach der christlichen Machtergreifung (391 n.z.Z.), diese scheute sich nicht mit der römischen Religionstoleranz zu brechen und sogleich mithilfe unzähliger Dekrete über die Jahrhunderte hinweg die etablierten paganen Kulte zu verbieten und auszurotten.

Es lohnt sich diesbezüglich die Einträge der deutschen Wikipedia mit der Englischen gegenzulesen. Die englische Wikipedia ist bedeutender und umfangreicher als die Deutsche und weniger tendenziös in der Darstellung der Christen- und Heidenverfolgung. (Übersicht)

Bildquelle: Wikipedia Deutschland

Dragan Pavlovic

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